Zweite Warnstreikwelle Tarifrunde M+E Industrie

1200 demonstrierten in Offenbach

  • 15.11.2022
  • Aktuelles, Betriebe/Tarif, Dematic, Metall- und Elektroindustrie, GKN Driveline, LMS (ehem. Magna), manroland, Siemens, Vertrauensleute, Presse

Die Beschäftigten der Betriebe GKN Driveline, LMS Automotive, manroland, VDE, Feintool, Dematic, Siemens energy sowie aus 8 weiteren Betrieben demonstrierten heute gemeinsam mit 400 Beschäftigten des Siemens-Schaltanlagenwerks in Fe-chenheim für 8 Prozent mehr Entgelt.

„Die Beschäftigten haben in der Corona-Zeit in den Betrieben rangeklotzt – mit Maske, ohne Maske, im Homeoffice oder im Betrieb. Wir haben eine verantwortungsvolle Tarifpolitik gemacht“, rief Christiane Benner, 2. Vorsitzender der IG Metall und Hauptrednerin auf der Abschlusskundgebung den Warnstreikenden zu. „Seit 2018 hatten wir keine Erhöhung der monatlichen Entgelt-Tabellen mehr. Die Arbeitgeber drücken sich vor ihrer Verantwortung! Sie bieten nur eine Einmalzahlung von 3000 Euro auf 30 Monate. Das kann nicht der Dank dafür sein, dass die Beschäftigten die deutsche Wirtschaft erfolgreich durch die Corona-Krise getragen haben. Viele Unternehmen haben auch im dritten Quartal gute Gewinne gemacht. Wir lassen uns nicht mit einem Einmal-Betrag abspeisen!“

Im Hinblick auf die Haltung der Arbeitgeber äußerte Benner weiter: „Wir fordern eine tabellenwirksame und somit nachhaltige Erhöhung der Einkommen um 8 Prozent. Die Arbeitgeber sind Donnerstag am Zug. Es liegt an Ihnen, ob es zu einer Eskalation kommt. Wir sind verhandlungsbereit, aber auch bereit zu mehr.“

Lars Becker, Betriebsratsmitglied von GKN sagte: „In der heutigen Zeit brauchen wir die 8 Prozent für ein gutes Leben und die sind wichtiger denn je. Wir kämpfen für ein gutes Leben für uns und unsere Familien.“

Einige Metallerinnen und Metaller von manroland und GKN waren als "Panzerknacker" verkleidet nach dem Motto: "Wir knacken die Haltung der Arbeitgeber!"

Die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach Marita Weber zog am Ende der Kundgebung eine positive Bilanz der bisherigen Warnstreiks: „Die bisherige gute Beteiligung hat deutlich gemacht, dass die Kolleginnen und Kollegen hinter der Forderung nach 8 eintreten! Die Vorbereitungen für einen 24-Stunden-Warnstreik auch in unseren Betrieben laufen auf Hochtouren.“ Und die Beteiligung mache deutlich: die IG Metall ist gut vorbereitet, die Mitglieder seien bereit und fähig den Druck zu erhöhen. Wenn es nötig sei auch mit ganztägigen Warnstreiks in der nächsten Woche.